17. September 2018

Was genau ist Abwasser und welche Arten gibt es?

Meist umgangssprachlich genutzt für verschmutztes Wasser aus dem häuslichen Gebrauch. Jedoch ist der Umfang von Abwasser laut Landeswassergesetz (LGW) sehr viel umfassender und umfasst neben dem erwähnten Abwasser aus den häuslichen Gebrauch auch Abwasser aus dem landwirtschaftlichen, sowie gewerblichen Bereich. Des Weiteren zählt Schmutzwasser dazu, also Wasser, dass in seinen Eigenschaften verändert wurden. Abschließend kommen noch weitere Wasserarten hinzu, die allgemein dem Niederschlagswasser zugerechnet werden können. Hierzu zählen neben den normalen Niederschlägen auch jegliches Wasser, welches beispielsweise durch Dachrinnen in Abwasseranlagen fließt.

Deutlich wird, das der Begriff Abwasser eine große Palette an verschmutzen Wasser beinhaltet und wirklich nur als allgemeiner Überbegriff gelten kann. Aufgrund dessen, gibt es eine ganze Reihe an Unterkategorien des Begriffs, um eine genauere Benennung verschiedener Abwasserarten durchführen zu können.

Nachfolgend eine kurze Vorstellung der verschiedenen Abwässer und ihrer Eigenschaften:

Abwasserarten und ihre Unterschiede

Schmutzwasser

Der Begriff Schmutzwasser dient zur Abgrenzung zum Begriff Niederschlagswasser. Beide werden dem Abwasser zugerechnet und spalten diesen in zwei Kategorien. Schmutzwasser umfasst Wasser, welches in seiner Zusammensetzung oder auch in den Eigenschaften verändertes Wasser darstellt. Aus welchem Grund diese Veränderungen stattgefunden haben spielt bei der Definition keine Rolle, da der Begriff umfassend gilt.

Regenwasser → Niederschlagswasser

Neben dem Schmutzwasser gibt es als zweite Kategorie des Abwassers das Regenwasser. Der Begriff Niederschlagswasser, der die genauere Bezeichnung im Zusammenhang mit Abwasser ist, ergibt sich aus dem einfachen Grund, dass hierbei alles Wasser definiert wird, dass von befestigten Flächen abfließt.

Auch wenn Niederschlagswasser ggf. wie auch Schmutzwasser ebenfalls in der Kanalisation endet, so wird es teilweise nicht zu Abwasser gezählt.

Schmutzwasser und seine Abstufungen:

Grauwasser

Grauwasser bezeichnet Abwasser mit einem geringen Verschmutzungsgrad. Als wichtiger Hinweis bei der Kategorisierung gilt, dass das betroffene Wasser fäkalienfrei sein muss. Besonders dieser Punkt kann als direkte Abgrenzung zu den noch folgenden Abwasserarten aufgeführt werden. Folgende Quellen des Abwassers sind möglich:

  • Dusche
  • Bad
  • Waschbecken
  • Waschmaschine

Aufgrund seiner geringen Verschmutzung, besteht die Möglichkeit der Aufbereitung . Das daraus gewonnene Wasser als Brauchwasser oder Betriebswasser genutzt werden, also zu Vorgängen, bei dem kein Trinkwasser benötigt wird, jedoch eine gewisse Mindesthygiene eingehalten werden muss. Die Weiternutzung von Grauwasser hat sich in den letzten Jahren erhöht, da sich im Zusammenhang bei Themen wie Umweltschutz und dem energetischen Fingerabdruck vor allem Wasserrecycling-Systeme verbreiten, die beispielsweise die Toilettenspülung mithilfe von Grauwasser durchführen.

Schwarzwasser

Sogenanntes Schwarzwasser stellt die Abwasserstufe mit der höchsten Verschmutzung im Haushalt dar. Die Verschmutzungsstufe umfasst neben Urin auch Fäkalien (fäkale Feststoffe). Fasst man Grau- und Schwarzwasser zusammen, so ergibt sich wiederum der Oberbegriff des Schmutzwassers.

Auch das Schwarzwasser lässt sich nochmals unterteilen, wobei die Unterscheidung durch den beinhalteten Urin bzw. Fäkalien stattfindet.

Gelbwasser

Gelbwasser, oder auch Urin ist der geringer verschmutze Teil des Schwarzwassers. Neben Urin kann auch Spülwasser im Gelbwasser enthalten sein. Es zeichnet sich durch einen hohen Nährstoffgehalt aus der sich aus der hohen Konzentration an Urin ergibt.

Braunwasser

Braunwasser beinhaltet neben dem Spülwasser vor allem Fäkalien und Toilettenpapier. Es stellt somit die stärkere Verschmutzungsstufe des Schwarzwassers dar. Reines Braunwasser ist selten anzutreffen, da hierfür Trenntoiletten benötigt werden, also Toiletten die Fäkalien und Urin trennen. Da diese selten Anzutreffen sind geht von den meisten Haushalten nicht Braun- sondern Schwarzwasser in die Kanalisation oder Grube, welches dann im Klärwerk wiederaufbereitet wird. Dies kann wegen des erhöhtem Verschmutzungsgrades (Bakterien, Parasiten, etc.) nur durch weitere Behandlungen erfolgen.

Fäkalschlamm/Klärschlamm

Vereinzelt wird der Begriff Fäkalschlamm oder auch Klärschlamm genutzt, um feste Fäkalien die beispielsweise bei einer Verstopfung vorliegen zu beschreiben. Dies ist jedoch nicht richtig. Bei Klärschlamm handelt es sich ausschließlich um ein Endprodukt der Abwasserreinigung innerhalb einer Kläranlage. Hier handelt es ich um die festgesetzten Schwebstoffe, welche sich Absetzen und ggf. weiterverwertet werden können, z.B. als Brennstoff.

Vorsorge und Gründe für Verstopfungen durch Abwasser

Für ein reibungslosen Abfluss von Schmutzwassern jeglicher Art ist es notwendig, dass die Abflüsse im Haus sowieso alle Leitungen und Rohre regelmäßig geprüft und ggf. auch gesäubert werden. Falls dies nicht geschieht, kann es im schlimmsten Fall zu einer Verstopfung oder einen Rohrbruch kommen. Grund hierfür ist meist der unsachgemäße Gebrauch der Toilette.

Das Entsorgen von Speiseresten und Feuchttüchern führt schnell zu einer Verstopfung, vor allem da sich Feuchttücher nicht auflösen und Stück für Stück den Abfluss verschließen. Auch im Bereich von Abwasserkanälen können Abfälle, die nicht in die Toilette gehören schwerwiegende Folgen haben. Neben den Ablagerungen jeglicher Art gibt es besonders im Kanalbereich Probleme durch Wurzeleinwüchse.

Was tun bei Problemem mit dem Abwasser?

Falls Sie ein verstopftes Rohr haben oder allgemeine Unterstützung im Bereich Abfluss und Sanitär benötigen kann Ihnen sani-blitz.de im Raum München als verlässlicher Partner zur Seite stehen. Neben der klassischen Rohrreinigung oder einer Grubenentleerung bieten wir auch Möglichkeiten der Vorsorge, beispielsweise die Kanal-TV Untersuchung an, damit sich Rohr- und Kanaleinbrüche vermeiden lassen.